Der reguläre Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. Seitdem bekommen Windows-10-Rechner in Firmen nur noch Sicherheitsupdates, wenn sie im kostenpflichtigen ESU-Programm (Extended Security Updates) von Microsoft angemeldet sind, und dessen erstes Jahr endet für Unternehmen am 13. Oktober 2026. Wer dann noch solche Rechner im Einsatz hat, muss sich entscheiden. Hier steht, was das für ein Büro mit 5 bis 30 Arbeitsplätzen bedeutet und wie Sie die verbleibenden Wochen sinnvoll nutzen.
Die drei Daten, die Sie kennen sollten
- Ende des regulären Supports. Seitdem gibt es für Windows 10 ohne ESU keine Updates mehr, auch keine Sicherheitsupdates, und keinen technischen Support.
- Ende des ersten ESU-Jahres für Unternehmen. Ein zweites und ein drittes Jahr lassen sich dazukaufen, jeweils zu höheren Kosten, längstens bis Oktober 2028.
- Ende des kostenlosen ESU-Programms für Privatnutzer. Microsoft hat es im Juni 2026 um ein Jahr verlängert. Für Firmenrechner gilt diese Verlängerung nicht.

Sie möchten das in Ihrer Firma angehen?
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Gilt die kostenlose Verlängerung nicht auch für uns?
Leider nein. Das Verbraucherprogramm richtet sich an Privatleute, und Microsoft schließt Geräte ausdrücklich aus, die einer Active-Directory-Domäne oder Microsoft Entra ID beigetreten sind oder über eine Geräteverwaltung (MDM) laufen. Das sind genau die Rechner, die in einer ordentlich betreuten Firma stehen. Für sie ist das kommerzielle ESU vorgesehen.
Auch das ist nach Microsofts eigener Beschreibung nur eine Brücke: ESU liefert ausschließlich kritische und wichtige Sicherheitsupdates, keine neuen Funktionen und keinen allgemeinen technischen Support. Außerdem ist ESU kumulativ. Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, bezahlt das erste mit.
Vier Wege für jeden Windows-10-Rechner
Entschieden wird pro Gerät, nicht für die ganze Firma. In den meisten Büros läuft es auf eine Mischung hinaus.
- Auf Windows 11 aktualisieren: Erfüllt der Rechner die Anforderungen, darunter TPM 2.0, UEFI mit sicherem Start und ein unterstützter Prozessor, ist das Upgrade für lizenzierte Windows-10-Geräte kostenlos. Dateien und Programme bleiben in der Regel erhalten.
- Hardware ersetzen: Ältere Rechner ohne TPM 2.0 oder mit zu altem Prozessor lassen sich offiziell nicht umstellen. Dann ist ein neues Gerät meist die bessere Lösung als ein weiteres ESU-Jahr, zumal alte Hardware ohnehin häufiger ausfällt.
- ESU als Brücke kaufen: sinnvoll für einzelne Rechner, die aus gutem Grund noch nicht umsteigen können, etwa weil eine Fachanwendung oder ein angeschlossenes Gerät nur unter Windows 10 läuft. Legen Sie dabei fest, bis wann der Rechner ersetzt ist.
- Außer Betrieb nehmen: Rechner, die kaum noch genutzt werden, sind oft schneller abgeschaltet als umgestellt. Vorher die Daten sichern und die Festplatte sauber löschen.
Warum Weiterlaufen ohne Updates keine Option ist
Ein Windows-10-Rechner funktioniert nach dem Stichtag weiter, er wird nur nicht mehr repariert. Jede neu entdeckte Sicherheitslücke bleibt offen. Dazu kommt der Datenschutz: Art. 32 DSGVO verlangt Schutzmaßnahmen, die den Stand der Technik berücksichtigen. Ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates ist damit schwer zu vereinbaren, spätestens wenn nach einem Vorfall jemand genauer nachfragt.
Checkliste für ein Büro mit 5 bis 30 Arbeitsplätzen
- Bestand aufnehmen: Welche Rechner laufen noch mit Windows 10? Pro Gerät Modell, Alter, Nutzer und die wichtigsten Programme notieren. Laptops im Homeoffice und den PC am Empfang nicht vergessen.
- Kompatibilität prüfen: Die App für die PC-Integritätsprüfung von Microsoft zeigt pro Rechner, ob Windows 11 möglich ist und woran es scheitert. Manchmal ist nur TPM oder der sichere Start in der Firmware ausgeschaltet.
- Programme und Geräte prüfen: Fachsoftware, Drucker, Scanner, Kartenleser und VPN-Client beim Hersteller auf Windows-11-Freigabe prüfen. Hier liegen die meisten Überraschungen.
- Daten sichern: Vor jedem Upgrade eine aktuelle Sicherung anlegen, am besten nach der 3-2-1-Regel und mit getesteter Wiederherstellung.
- Entscheiden: Für jeden Rechner einen der vier Wege festlegen. ESU nur dort, wo es einen konkreten Grund gibt.
- Umstellung planen: nicht alle Rechner an einem Tag. Erst ein Testgerät, dann die übrigen in kleinen Gruppen außerhalb der Stoßzeiten. Danach kurz prüfen, ob Anmeldung, Drucker, Netzlaufwerke und Fachanwendungen laufen.
- Updates im Blick behalten: Auch unter Windows 11 schützen Updates nur, wenn sie ankommen. Wie gut Ihre Firma bei Updates und den anderen Grundlagen aufgestellt ist, zeigt der kostenlose IT-Sicherheits-Check mit zehn Fragen in rund zwei Minuten.
Für die meisten kleinen Büros ist der Umstieg eine planbare Aufgabe und kein Großprojekt. Wichtig ist nur, jetzt anzufangen und nicht erst in der Woche vor dem 13. Oktober. Wenn Sie Unterstützung möchten: Im Rahmen der IT-Betreuung für kleine Firmen erfasse ich Ihre Geräte und Anwendungen, lege mit Ihnen pro Rechner den passenden Weg fest und stelle so um, dass der Betrieb weiterläuft.